Strategieentwicklung und Stakeholder-Mapping

Wie lassen sich digitale Innovationen nachhaltig in Unternehmen verankern? Dieser Frage widmete sich der 8. PAL-Unternehmensworkshop Brandenburg am 21. Mai 2026 in Finsterwalde. Unter dem Titel „Zur Digitalisierung in Unternehmen: Strategieentwicklung und Stakeholder-Mapping“ diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und dem PAL-Netzwerk, wie Digitalisierungsprozesse nicht nur technisch geplant, sondern auch organisatorisch tragfähig gestaltet werden können.

Im Mittelpunkt stand das Stakeholder-Mapping – eine strategische Methode, die dabei unterstützt, die vielfältigen Akteure eines Veränderungsprozesses frühzeitig einzubeziehen, Verantwortlichkeiten transparent zu machen und Kommunikations- sowie Entscheidungsstrukturen systematisch zu gestalten. Diese Methode wurde im PAL-Praxisprojekt 5 sehr produktiv angewendet.

Ausgangspunkt der gemeinsamen Arbeit beim PAL-Unternehmensworkshop war die Erkenntnis, dass Digitalisierungsprojekte in Unternehmen häufig nicht an technologischen Herausforderungen scheitern, sondern an unklaren Zuständigkeiten, fehlender Beteiligung relevanter Akteure oder einer unzureichenden Verankerung im betrieblichen Alltag. Vor diesem Hintergrund arbeiteten die Teilnehmenden mit dem fiktiven Praxisbeispiel der „LausitzTech Präzisionsfertigung GmbH“. Aufgabe war es, den Übergang eines im Rahmen eines Hochschulprojekts entwickelten datenbasierten Assistenzsystems in den regulären Produktionsbetrieb zu planen und strategisch zu begleiten. Tobias Sanders von der Chemnitzer ATB gGmbH führte hierbei durch den Workshop.

Stakeholder-Mapping eignet sich hervorragend dazu, betriebliche Einflussfaktoren bei digitalen Projekten vorab zu reflektieren und möglichst viele Beteiligte an den runden Tisch zu bringen. [Quelle: GVFB]

Mithilfe einer Stakeholder-Map wurden interne und externe Anspruchsgruppen identifiziert sowie ihre Rollen, Interessen, Einflussmöglichkeiten und Verantwortlichkeiten analysiert. Darüber hinaus wurden Kooperationsbeziehungen, Kommunikationswege, potenzielle Zielkonflikte und kritische Schnittstellen sichtbar gemacht. Die Methode ermöglichte es, komplexe Zusammenhänge strukturiert abzubilden und unterschiedliche Perspektiven in den Veränderungsprozess einzubeziehen.

Besonders positiv wurde von den Mitwirkenden die visuelle und partizipative Arbeitsweise an der Stakeholder-Map bewertet: Sie erleichterte den Fachaustausch, förderte das gemeinsame Verständnis für die Herausforderungen des Transformationsprozesses und schuf eine belastbare Grundlage für die Entwicklung tragfähiger Umsetzungsstrategien. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig es ist, mögliche Herausforderungen, Widerstände, Informationsdefizite oder organisatorische Abhängigkeiten bereits in einer frühen Projektphase zu erkennen und aktiv zu adressieren.

Die Ergebnisse des Workshops unterstrichen, dass Stakeholder-Mapping weit mehr ist als ein reines Analyseinstrument: Es kann einen wichtigen Beitrag zur Teamentwicklung leisten, Verantwortlichkeiten transparent machen, die Akzeptanz von Veränderungen erhöhen und den erfolgreichen Transfer von Projektlösungen in den Regelbetrieb unterstützen. Damit wird die Methode zu einem zentralen Baustein eines ganzheitlichen Change-Managements im Kontext der digitalen Transformation.

Für die betriebliche Praxis ergibt sich daraus eine klare Handlungsempfehlung: Digitalisierung sollte nicht ausschließlich als technologische Herausforderung verstanden werden. Vielmehr handelt es sich um einen organisationsweiten Veränderungsprozess, der nur dann nachhaltig erfolgreich sein kann, wenn Menschen, Strukturen und Technologien gleichermaßen berücksichtigt werden.

Der 8. PAL-Unternehmensworkshop Brandenburg setzte damit ein deutliches Zeichen für eine partizipative, strategisch fundierte und praxisorientierte Gestaltung digitaler Veränderungsprozesse und zeigte auf, wie Unternehmen der Region ihre digitale Zukunft aktiv und erfolgreich gestalten können.