LMS: Möglichkeiten digitaler Personalentwicklung

Am 20. November 2025 fand im Haus des GVFB in Finsterwalde der 7. PAL-Unternehmensworkshop Brandenburg statt. Die Veranstaltung widmete sich aktuellen Fragestellungen der digital gestützten Personalentwicklung. Als fachlicher Referent war André Stöhr, Medienpädagoge und Mitarbeiter des Dresdner Bildungswerks der Sächsischen Wirtschaft gGmbH (bsw), eingeladen.

Die Digitalisierung von Lernmaterialien erleichtert die Organisation und Durchführung von Weiterbildungen erheblich. Automatisierte Kurslogiken und standardisierte Abläufe entlasten die betriebliche Weiterbildung und ermöglichen, wiederkehrende Schulungen zentral, aktuell und standortunabhängig bereitzustellen. Gerade für Unternehmen mit mehreren Standorten, Schichtsystemen oder Außendienststrukturen ergeben sich daraus erhebliche Effizienzgewinne.

Zugleich ermöglichen LMS eine flexible Nutzung von Lernangeboten, da Mitarbeitende Lerninhalte zeitlich und räumlich an ihre jeweiligen Arbeitsbedingungen anpassen können. Damit lassen sich Einarbeitungszeiten verkürzen und Schulungskosten senken, da Reisezeiten, Präsenzformate und externe Trainings reduziert werden. LMS tragen zudem dazu bei, dass alle Mitarbeitenden Zugriff auf identische, geprüfte und aktuelle Materialien haben, wodurch einheitliche Qualitätsstandards in der Personalentwicklung gestärkt werden.

Ein weiterer zentraler Vorteil besteht in der Möglichkeit, Lernprozesse stärker an individuelle Bedarfe anzupassen: Lerninhalte können modular aufgebaut, differenziert freigeschaltet und an unterschiedliche Rollen, Lerntypen oder Qualifikationsniveaus angepasst werden. Insbesondere für Mitarbeitende außerhalb klassischer Bürostrukturen entsteht dadurch eine deutliche Flexibilisierung des Lernens.

Ferner ermöglichen LMS eine lückenlose Dokumentation von Teilnahme, Lernfortschritten und erworbenen Qualifikationen. Diese Transparenz bildet eine datenbasierte Grundlage, um Weiterbildungsmaßnahmen gezielt zu steuern, ihren Nutzen zu evaluieren und Inhalte bei Bedarf anzupassen. Für viele Unternehmen stellt diese Mess- und Nachvollziehbarkeit einen wesentlichen Beweggrund für die Einführung eines LMS dar, insbesondere im Kontext von Audit- und Nachweispflichten.

Die nachhaltige Nutzung von LMS ist nicht allein eine Frage von Technologie oder Effizienz, sondern vor allem eine soziale, unternehmenskulturelle und pädagogische Aufgabe. Digitale und datenbasierte Assistenzsysteme können hierbei nur dann unterstützen, wenn sie als Instrumente dialogischer, adaptiver und beteiligungsorientierter Lernprozesse verstanden werden.

Für die Einführung und Nutzung von LMS in der Personalentwicklung sind daher folgende Punkte zentral:

  • Mitarbeitende sollten frühzeitig eingebunden werden, da sie Arbeitsabläufe und Lernbedarfe am besten kennen und ihre Beteiligung die Akzeptanz digitaler Lernangebote erhöht.
  • Abgestimmte Einstiegsschulungen helfen, unterschiedliche Vorkenntnisse zu berücksichtigen und Frustration abzubauen.
    Lernen im Arbeitsalltag benötigt klare zeitliche, organisatorische und arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen.
  • Ein LMS muss kontinuierlich fachlich betreut und weiterentwickelt werden, um relevant und wirksam zu bleiben.

Der 7. PAL-Unternehmensworkshop Brandenburg verdeutlichte, dass die Zukunft digitaler Personalentwicklung weniger von technischen Möglichkeiten als von der Fähigkeit abhängt, Mitarbeitende mitzunehmen, zu befähigen und aktiv in Lernprozesse einzubinden.

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